Freitag, 10. September 2010

Aha-Erlebnis

Nach 2 Monaten Blog-Pause wirds mal wieder Zeit für einen kurzen Beitrag. Sitze gerade krank zu Hause und weiss schon, warum ich nicht gern krank bin: das bekommt mir nicht. Und Magen-Darm schon gar nicht. Und dazu das riesengroße schlechte Gewissen, weil ich weiß, wieviel auf der Arbeit zu tun ist. Die Tatsache, dass ich mein Fernbleiben eben nicht vorbereiten konnte und mir partout nicht einfallen wollte, was eben unbedingt erledigt werden muss, haben mich diese Woche ganz kirre gemacht. Und dann noch meine Kollegin.. die mich anrief als ich im Tiefschlaf war und dann nicht verstehen konnte, wieso ich nicht wisse, was Wichtiges zu tun ist. Und wieso ich ihr überhaupt nen Termin freitags nach 15 Uhr reinknalle, wo sie doch da auf jeden Fall nicht mehr da sein wird... und eben diese vorwurfsvolle Stimme, die mir wieder gnadenlos gezeigt hat, dass ich noch immer nicht in meinem neuen Job angekommen bin. Ich dachte, ich hab mich langsam dran gewöhnt und ich hab sogar Spass dran, aber das stimmt nicht. Das hab ich mir nur eingeredet, damit es mir leichter fällt, morgens aufzustehen und zur Arbeit zu fahren.

Eben habe ich das hier beim Schmedderling gelesen:
Ich lebe im Moment, ohne zu Leben. Wie ein Pappkarton ohne Inhalt. Ich laufe die täglichen Stationen ab wie bei den Bundesjugendspielen, bekomme Sternchenstempel für gute Leistung und stolpere am Ende des Tages erschöpft über die Ziellinie. Ich suche und suche nach klitzekleinen Momenten, die ein "Jäääääaaaa" aus mir herauslocken.

DAS war mein Aha-Erlebnis, denn das ist genau, wie ich mich gerade fühle. GENAU SO! Alles andere hab ich mir die letzten Wochen schön geredet.
Und ich ertappe mich immer häufiger dabei, wie ich mir abends im Bett überlege, was eigentlich so schlimm daran wäre, meinen alten Job zurück zu nehmen. (Meine Ex-Chefin hat mir noch vor 2 Wochen gesagt, ich könne jederzeit zurück kommen) Klar, das würde so aussehen als ob ich dem neuen Job nicht gewachsen wäre, aber wer würde da lange drüber sprechen? So interessant bin ich nicht. Es wäre ein kleiner Gesichtsverlust... aber dann würde ich mich vielleicht wieder besser fühlen.
Andererseits hat der alte Job mich auch nicht immer glücklich gemacht, aber das war anders... da hatte ich nicht so ein unangenehmes Kribbeln im Bauch, wenn ich an Kollegen und Abteilung gedacht habe.. da war eher, weil ich unterfordert und gelangweilt war.

Aber meine Stimmung jetzt geht schon soweit, dass ich mich echt eigentlich über nichts wirklich freue.. ich tue so.. aber es kommt nicht von tief drinnen. Schatzi hat mir einen Gutschein für ein Flugticket nach Thailand geschenkt.. dazu hatte er einen romantischen Abend vorbereitet... und was habe ich gemacht? NICHTS! Ich habe unseren 5-Jahrestag total versemmelt und ich hatte nicht mal Lust drauf, irgendwas vorzubereiten... ICH! Und ich bin Meisterin im irgendwas-vorbereiten und jemandem-eine-Überraschung-zaubern.
Mein bester Kumpel wartet schon seit Montag auf eine Antwort von mir... wir treffen uns demnächst und er will planen - normalerweise wäre ich schon ganz aufgeregt... und momentan freu ich mich nicht drauf. Ist mir egal... mir ist alles egal.

Aber wisst Ihr, was das Schlimme ist: ich weiß, dass ich generell etwas ändern muss (das weiß ich schon lange) - ich muss etwas suchen, das mich mehr ausfüllt. Und das wird niemals ein Job sein, wo sich das Geld verdienen lässt, das ich jetzt verdiene. Das müsste etwas sein, das mit Menschen zu tun hat... mit etwas, das jemandem nützt... und das ist meist nicht gut bezahlt. Und eben deshalb werde ich nie etwas ändern, da mir Geld einfach zu wichtig ist. Ich gebs zu. Ich will viel Geld verdienen, um mir ein schickes Auto leisten zu können, mit dem ich dann zu meinem verhassten Job fahren kann.. um mir teure Klamotten zu kaufen, die ich für meinen verhassten Job brauche und was weiss ich. Das Leben ist eben kostspielig: Reisen, Konzerte, dies und das... wer will das schon aufgeben, wenn er es einmal hat?
Und dann gibt es da noch etwas, das vielleicht genau richtig für mich wäre... und ich denke auch immer öfter dran, aber dummerweise denke ich den Gedanken immer viel zu weit und auch dafür bin ich zu egoistisch!

Und wiedermal benutze ich diesen Blog nur, um mich auszujammern... ich erwarte auch keine Kommentare... lasst mal... das wird schon alles irgendwie wieder! Nächste Woche schaffe ich es ganz sicher wieder, mir meinen Job schön zu reden und dann gehts wieder aufwärts!